Neuigkeiten aus Praxis und Forschung

Wichtige Informationen zur Endometriose und benachbarten Problemfeldern wie Unterbauchschmerzen, Menstruationsbeschwerden, ungewollte Kinderlosigkeit werden kurz zusammengefaßt dargestellt

Kurznachricht 2019_2: Bluttest zur Diagnostik der Endometriose

Information zur Meldung von MDNA Life Science  zum neuen diagnostischen Test:
In einer Pressemitteilung hat MDNA Life Sciences (England) mitgeteilt, dass sie einen Bluttest entwickelt haben, der Endometriose in neun von 10 Fällen diagnostizieren kann.

  1. die Originalarbeit der Firma:
    https://www.futuremedicine.com/doi/pdfplus/10.2217/bmm-2018-0419
  2. die Stellungnahme der Welt-Endometriose-Gesellschaft (WES):
    http://endometriosis.org/news/research/blood-test-to-diagnose-endometriosis/
  3. die Stellungnahme der SEF:
    Endometriose ist wirklich zu vielschichtig, als dass sie mit nur einem genetischen Faktor in den Mitochondrien eines Menschen sicher genug detektiert werden könnte. Auffälligkeiten: Die Fallzahl der Studie ist sehr klein; die Mediziner der Klinik, die die Endometriosepatientinnen behandelten, sind nicht Autoren/Ko-Autoren der Publikation sondern nur Mitarbeiter der Firma firmieren als Autoren; der Preis des Tests ist hoch; er ist noch nicht erhältlich und er ist noch nicht validiert. Möglicher Weise werden bei den Patientinnen unrealistische Hoffnungen geweckt.
    Die Stellungnahme der SEF wurde von Dr. K. Bühler und Prof. Dr. D. Hornung verfaßt und ist hier zu lesen und herunterzuladen.
Kurznachricht 2019_1

Information zur neuen Homepage:

  1. Alle Beiratsmitglieder müssen die Einverständniserklärung zum Gebrauch ihrer Daten (auf der Liste der Beiratsmitlgieder) gemäß DSGVO unterschrieben und an das Sekretariat der SEF zurückschicken (per Post oder als pdf-Anhang per E-Mail).
  2. Bitte überprüfen Sie auf der Beiratsliste, ob Ihre Daten noch aktuell sind; insbesondere Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Notwendige Korrektuen bitte per Mail an kwschweppe@ewetel.net senden.
  3. Anmeldung zum geschützten Mitgliederbereich:
    Im Dropdown Menu „Stiftung“ letzter Punkt: Login anklicken; im neuen Schirm dann ganz unter „registrieren“ anklicken und dann die Felder für das Benutzerkonto ausfüllen. Dann erhält Prof. Schweppe eine Anfrage und kann das Beiratsmitglied freischalten. Danach hat man Zugang mit dem selbst gewählten Passwort. Wenn man es vergessen hat, kann man jetzt selbst ein neues anfordern und nicht – wie früher – ein neues für Geld programmieren lassen.
  4. Das Forum und den Punkt Mitgliederinformationen finden Sie erst in dem Drop-Down Menu, wenn Sie eingeloggt sind!
Kurznachricht 2018_1

Ausgewählte Information zur Weissensee-Jahrestagung:

  1. Zusammenfassung Arbeitsgruppe Komplikationen SEF Treffen 2018

Im Rahmen des diesjährigen Arbeitstreffens wurden im Rahmen der Arbeitsgruppe „Komplikationen der TIE Chirurgie“ folgende Punkte besprochen:

  1. Aufklärung hinsichtlich Komplikationen der TIE Chirurgie. Diesbezüglich sollte schriftlich die Möglichkeit einer Fistelbildung, Anastomoseninsuffizienz mit Notwendigkeit eines Stomas, Gefäß- und Nervenverletzungen; Blasenentleerungstörung etc. hingewiesen werden. Die Beifügung „etc.“ wird empfohlen um anderwärtige mögliche Komplikationen nicht dadurch auszuschließen.
  2. Besprechung der Möglichkeit einer Visitation von Endometriosezentren. Eine Liste der Zentren und eine Adresse der Ansprechperson könnte auf der SEF Website publiziert werden.
  3. Besprechung der Erfassung von Komplikationen der TIE – assoziierten Darmchirurgie und Evaluierung der an den Zentren hauptsächlich praktizierten OP Technik (Shaving, Discresektion oder Segmentresektion).

 

 

  1. Zusammenfassung der Arbeitsgruppe Zertifizierung:

Definition der Aufgabenbereiche von der AG-Zertifizierung, der Zertifizierungskommission und der Gruppe der Auditoren.

  1. AG Zertifizierung:

Die Arbeitsgruppe Zertifizierung trifft sich regelmäßig anlässlich der Weissensee-tagung der SEF; eingeladen werden alle Mitglieder der Zertifizierungskommision und alle Auditoren; Gäste aus dem Kreis der Teilnehmer der Weissenseetagung sich willkommen. Die Gruppe diskutiert und erarbeitet Vorschläge zur Änderung und Optimierung des Zertifzierungsverfahren,  der Zertifizierungskriterien usw.. Die Ergebnisse werden von der Zertifzierungskommission geprüft, evtl. modifiziert und als Beschlussvorlage dem Vorstand der SEF vorgelegt. Dieser entscheidet mit einfacher Mehrheit über die Anträge.

  1. Zertifizierungskommission:

Für das Tagesgeschäft (alle bekommen Auditberichte und müssen rückmelden): K.-W. Schweppe, A. D. Ebert, U. Ullrich, M. Beckmann, I. Meinhold-Heerlein und grundsätzlich beratend: L. Mettler, A. E. Schindler

  1. Auditoren:

Die Auditoren werden von EuroEndoCert im Einvernehmen mit der Zertifizierungskommis-sion  ausgewählt, geschult und eingesetzt. Es sollen Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates sein, sie sollen die aktuelle Routine in der Klink bzw. in der Praxis kennen (nicht länger als 5 Jahre aus dem aktiven Geschäft heraus sein), sie sollen einen Kurs analog des Ausbildungskurses für Auditoren von OnkoZert besucht haben.

Kurznachricht 2018_2

Fortbildung:
Prof. Thomas Römer hat vor kurzem in einem Webinar zur Diagnostik und Therapie der Endometriose referiert. Die etwa einstündige Aufnahme steht als Video zur Fortbildung zur Verfügung und Fortbildungspunkte können über die richtige Beantwortung der CME-Fragen erworben werden. CME-Kurs zur Endometriose jetzt abrufbar unter www.arztcme.de/endometriose-2018 .
Ferner gibt es auch aus diesem Jahr eine CME-Fortbildung, deren Autorin Frau Prof. Dr. S. Mechsner ist und die sich auch mit der Endometriose-Behandlung beschäftigt. (https://cme.medlearning.de/jenapharm/therapiekonzepte_endometriose/index.htm)

Zertifizierung 2009

 

Folgende Zentren wurden in den letzten 4 Monaten auf Grund ihrer Leistungen und Strukturqualiltät nach Prüfung und Audit zertifiziert:

Endometriosezentrum – Charité Berlin
Stufe III
Leitung Dr. med. J. Bratley 

Endometriosezentrum – Dahme-Spreewald
Stufe II
Leitung Dr. med. R. Müller

Endometriosezentrum – Ammerland
Stufe III
Leitung Prof. Dr. med. Dr. h.c. K.-W. Schweppe

Endometriosezentrum KiWU-Praxis Offenbach
Stufe I
Leitung Dr. med. K. Manolopoulos

Endometriosezentrum Köln-Weyertal
Stufe III
Leitung: Prof. Dr. med. Th. Römer

Endometriosezentrum kez-Berlin
Stufe II
Leitung: Dr. med. Gülden Halis

Endometriosezentrum Bad Schwartau
Stufe I
Leitung: Frau Irina Lupp

Endometrisoezentrum Timmendorfer Strand
Stufe I
Leitung: Dr. med. H. Timm

Die SEF gratuliert und wünscht allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen weiterhin viel Erfolg zum Wohle der betroffenen Pateintinnen.

Posterpreise Endometriose Kongress 2009

 

Anläßlich des 8. Deutschen Endometriosekongresses in Münster wurden folgende beste Vorträge bzw.- Poster wissenschaftliche Preise vergeben:

P. Imesch, Zürich
Histondeacetylase-Inhibitoren vermindern über epigenetische Mechanismen die Proliferation in Endometriosezellen und wirken apoptotisch.

Posterpreis Imesch

Histondeacetylase-Inhibitoren vermindern über epigenetische Mechanismen die Proliferation in Endometriosezellen und wirken apoptotisch 
Patrick Imesch, Michael Schneider, Eleftherios Samartzis, Daniel Fink, André Fedier
UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Gynäkologie, patrick.imesch@usz.ch

 

Die Pathogenese der Endometriose ist bis heute nicht restlos geklärt. Zahlreiche Hypothesen und Modelle wurden formuliert, gleichwohl bleiben viele Fragen unbeantwortet. Zunehmend werden epigenetische Veränderungen wie z.B. Azetylierung von Histonen als möglicher Pathomechanismus der Endometriose diskutiert. Mit Histondeazetylase-Inhibitoren (HDACi) steht eine Substanzklasse zur Verfügung, welche durch Veränderungen der Chromatinstruktur das Genexpressionsmuster verändern können und somit epigenetisch regulierend wirken. Man geht davon aus, dass 2-5% des Genoms durch HDACi beeinflusst werden können. Interessanterweise sind dies häufig Gene welche in der Proliferation und in der Apoptosesteuerung involviert sind.
Ziel der Arbeit war es herauszufinden, ob Endometriosezellen grundsätzlich Zielzellen für den HDACi Romidepsin darstellen und ob sich dabei Auswirkungen auf die Proliferationsrate und das Apoptoseverhalten ergeben. Die Untersuchungen wurden mit gängigen zellbiologischen und molekularbiologischen Methoden (Western-blot, RT-PCR, MTT) an einer immortalisierten, epithelialen Endometriosezelllinie durchgeführt.
Der grundsätzliche Wirkungsnachweis von Romidepsin konnte einerseits durch die Reduktion der Gesamt-Histondeacetylaseaktivität sowie andererseits durch eine Akkumulierung von azetylierten Histonen eindeutig gezeigt werden. Folge daraus war eine Aufregulierung des Zellzyklushemmers p21 und eine Abregulierung der Cycline B1 und D1, was denn auch zu einer deutlichen Proliferationshemmmung führte. In höheren Dosierungen (ab 20nM) liess sich zudem eine Aktivierung des intrinsischen Apoptoseweges nachweisen. In weiteren Untersuchungen wurden einige im Pathomechanismus wichtige Gene hinsichtlich einer Regulation untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass in subapoptotischen Romidepsindosen eine Abregulierung des proangiogenen Faktors VEGF, sowie von den matrixdegradierenden Enzymen MMP-2 und -9 erzielt werden konnte. Gleichzeitig liess sich E-Cadherin, ein Adhäsionsmolekül mit Invasions-Suppressor-Eigenschaften, aufregulieren. Das dadurch verminderte migratorische Potential konnten in einfachen wound-healing-assays nachgewiesen werden.
Die Untersuchungen zeigen, dass Endometriosezellen tatsächlich Zielzellen für HDACi darstellen und sich dadurch die Regulation relevanter Gene beeinflussen lassen. HDACi stellen somit eine neue, vielversprechende, epigenetisch wirkende Therapieoption zur Behandlung der Endometriose dar. Die Resultate unterstützen zudem auch die mögliche Bedeutung der Epigenetik in der Pathogenese der Endometriose.

 

 

  1. Agic, Lübeck
    Hemmung der Zellproliferation, Adhäsion und Invasion mit monoklonalen Antikörpern gegen L1-Zelladhäsionsmolekül (L1CAM) in einem in vitro-Endometriosemodell.

Posterpreis Agic

Hemmung der Zellproliferation, Adhäsion und Invasion mit monoclonalem Antikörper gegen L1-Zelladhäsionsmolekül (L1CAM) in einem in vitro – Endometriosemodell


Agic A.1, Diedrich K.1, Altevogt P.2, Starzinski-Powitz A.3, Hornung D.1


1
Universität zu Lübeck, Frauenklinik, Lübeck, Germany, 2DKFZ,

Tumorimmunologie Programm, Heidelberg, Germany, 3Johann Wolfgang

Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Humangenetik, Frankfurt am

Main, Germany

Die Endometriose ist eine benigne und meist progressive Erkrankung. Das Zelladhäsionsmolekül L1CAM wird in Ovarial- und Endometriumkarzinom überexprimiert und ist mit einer schlechten Prognose assoziiert. Unsere vorangegangenen Studien zeigten eine erhöhte L1-Expression bei Endometriose, was uns veranlasste, die L1-vermittelte Proliferation, Adhäsion und Invasion in einem in vitro – Endometriosemodell zu untersuchen. Die Zellproliferation und Überlebensfähigkeit wurde in einem Proliferationsassay anhand einer Endometriosezelllinie Z12 untersucht. Die L1-vermittelte Adhäsion und Invasion sowie die Hemmung derselben mittels anti-L1 Antikörper wurden ebenfalls mit der Endometriosezelllinie Z12 im sogenannten „Sandwich-Assay“ unter Verwendung von Matrigel® untersucht. Die Proliferation der Endometrioseepithelzellen Z12 nahm nach Präinkubation mit monoklonalem anti-L1 Antikörper (10µg/ml) signifikant ab (P< 0.001, 0.95 ± 0.34 x 300.000 Zellen) im Vergleich zur Präinkubation mit unspezifischem IgG-mAb (3.88 ± 1.16 x 300.000 Zellen) und zu unbehandelten Zellen (3.63 ± 1.12 x 300.000 Zellen). Die relative Invasion der Z12-Zellen durch Matrigel® hindurch war signifikant gehemmt (P< 0.001) nach Präinkubation mit monoklonalem anti-L1 Antikörper (26.40 ± 13.50 %) im Vergleich zur Präinkubation mit unspezifischem IgG-mAb (76.04 ± 24.06 %) und unbehandelten Zellen (76.30 ± 26.84 %). Monoklonaler anti-L1 Antikörper war ebenso in der Lage, die Adhäsion der Z12-Zellen zu hemmen (P< 0.001, 68.69 ± 16.71 %) im Vergleich zu unspezifischem IgG-mAb (89.49 ± 23.78 %) und unbehandelten Zellen (90.00 ± 21.53 %). Auf der Grundlage unserer Ergebnisse nehmen wir an, dass L1 die Entstehung der Endometriose durch Erhöhung der Zellinvasion und Adhäsion begünstigt und die Prognose verschlechtert. In weiteren Studien soll der monoklonale L1-Antikörper in einem Endometriose-Tiermodell getestet werden.

 

Wolf, M.*, Schüring, A.N.*, Schulte, N.*, Staebler, A.+, Kiesel, L.*, Buchweitz, O.*, Götte, M.* 
(* Frauenklinik Münster, + Inst. f. Pathologie Tübingen)
Veränderte Expression des Pluripotenz-assoziierten Transkriptionsfaktors Sox2 bei der Endometriose.

Posterpreis Wolf

Veränderte Expression des Pluripotenz-assoziierten Transkriptionsfaktors Sox2 bei der Endometriose

Wolf, M.1, Schüring A.1, Schulte N.1, Staebler A.2, Kiesel L.1 , Buchweitz

O., Götte M.1

1Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Str. 33, D-48149 Münster; 2Institut für Pathologie; Universtiätsklinikum Tübingen; Kontakt: Maria_Wolf@email.de; mgotte@uni-muenster.de

Im humanen Endometrium finden während des Menstruationszyklus zyklische Prozesse der Regeneration, Zelldifferenzierung und Desquamation statt. Als Grundlage dieser hohen regenerativen Kapazität wird eine Beteiligung von Stammzellen angenommen. Weiterhin wird eine Beteiligung endometrialer Stammzellen an der Pathogenese der Endometriose und des Endometriumkarzinoms diskutiert. Da endometriale Stammzellpopulationen nur unzureichend charakterisiert sind, ergibt sich die Notwendigkeit, molekulare Marker endometrialer Progenitorzellen zu identifizieren. Einen möglichen Kandidaten stellt hierbei der Transkriptionsfaktor Sox2 dar.
Dieser ist für die Erhaltung des Selbsterneuerungspotentials in undifferenzierten embryonalen Stammzellen essentiell und einer der Schlüsselfaktoren für die Herstellung induzierter pluripotenter Stammzellen. In dieser Studie wurde die Expression von Sox2 im humanen Endometrium charakterisiert, um eine mögliche Stammzellbeteiligung an der Pathogenese der Endometriose zu untersuchen.
Mittels konventioneller Immunhistochemie, quantitativer real-time PCR (qPCR) und Doppelimmunfluoreszenzuntersuchungen von physiologischen und pathologisch veränderten Endometriumbiopsien (n = 49 Patientinnen) wurde die Sox2-Expression vergleichend charakterisiert. 
Durch die quantitative rt-PCR konnte die Expression von Sox2 im Endo- und Myometrium nachgewiesen werden. Immunfluoreszenzmikroskopisch wurde eine partielle Koexpression von Sox2 und Telomerase nachgewiesen. Mittels immunhistochemischer Färbungen wurden im endometrialen Stroma Sox2-positive Einzelzellen und Zellgruppen identifiziert, ebenso Einzelzellen in Drüsen sowie eine diffuse Drüsenfärbung. Die Quantifizierung mittels standardisierter Gesichtsfeldanalyse zeigte im proliferativen vs. sekretorischen Gewebe eine signifikante Erhöhung der Sox2 Expression um den Faktor 2,1. Im Gegensatz dazu war die Zahl Sox2-exprimierender Stromazellen/Gesichtsfeld in Endometriumkarzinomgewebe verglichen mit proliferativem Endometrium signifikant um den Faktor 0,50 reduziert. Die Sox2-Expression in Endometriosebiopsien verhielt sich ambivalent. Im Stroma war die Anzahl Sox2 positiver Zellen im Vergleich zum sekretorischen Gewebe signifikant erhöht, während die Sox2-positiven Drüsen im Vergleich zum Endometriumkarzinom signifikant um 70% erniedrigt waren. 
Das hohe proliferative und pluripotente Potential der Sox2-positiven Zellen könnte dazu führen, dass während der retrograden Menstruation in die Bauchhöhle gelangte Zellen adhärieren, sich implantieren und endometroide Läsionen manifestieren. Die verminderte Expression des Transkriptionsfaktors Sox2 im Endometriumkarzinom entspricht aktuellen Studien über die Funktion von Sox2 als Tumorsuppressorgen in der gastralen Karzinogenese. Weitere histopathologische Untersuchungen an größeren Patientenkollektiven zur Analyse der prognostischen Wertigkeit des Markers Sox2 erscheinen lohnenswert, um seine klinische Relevanz für die Pathogenese der Endometriose zu zeigen.

Zertifizierung 2008

Zertifizierung 2008

Die Zertifizierung der Endometriosezentren hat auch im Jahr 2008 erfreulich zugenommen. Auf allen Stufen konnten Anträge nach Überprüfung und Audit erfolgreich abgeschlossen werden.
Bisher in diesem Jahr zertifiziert:

Endometriosezentrum Villach
Stufe III
Leitung Prof. Dr. med. Keckstein

Endometriosezentrum Berlin-Mitte
Stufe I
Leitung Drs. Stoll und Hannen

Endometriosezentrum Erlangen
Stufe III
Leitung Priv. – Doz. Dr. med. P. Oppelt

Endometriosezentrum Emmendingen / Breisgau
Stufe II
Leitung Priv. Doz. Dr. med. Sillem

Endometriosezentrum Münster
Stufe III
Leitung Prof. Dr. med. L. Kiesel

Endometriosezentrum Krefeld-Niederrhein
Stufe I
Leitung Prof. Dr. med. M. Friedrich

Endometriosezentrum Dortmund
Stufe I
Leitung Priv. Doz. Dr. med. R. Greb

4 weitere Anträge werden noch bearbeitet, sodass zum Jahresende 17 Zentren zertifiziert sein können.

Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Endometriose 2008, Aktualisierung 2013

Leitlinien von der DGGG publiziert.

Nach intensiver Arbeit unter Federführung von Herrn Prof. Dr. Ulrich, Berlin haben folgende Autoren

Dr. D. Arndt, Greifswald
Dr. P. Brandner, Saarbrücken
Priv. Doz. Dr. O. Buchweitz, Münster
Prof. Dr. Dr. Dr. A.E. Ebert, Berlin
Priv. Doz. Dr. R. Greb, Dortmund
Prof. Dr. J. Hucke, Wuppertal
Prof. Dr. J. Keckstein, Villach
Priv. Doz. Dr. P. Oppelt, Erlangen
Prof. Dr. M. Possover, Köln
Dr. S. P. Renner, Erlangen
Priv. Doz. Dr. M. Sillem, Emmendingen
Prof. Dr. Dr. K.-W. Schweppe, Westerstede

im Namen der SEF und der AGE Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Endometriose 2013 aktualisiert. Diese sind jetzt offziell als S2k Leitlinien von der DGGG akzeptiert und können auf der Internetseite der DGGG eingesehen und heruntergeladen werden:
Leitlinie DGGG Diagnose und Therapie der Endometriose

Zertifizierte Endometriosezentren 2006

Zertifizierte Endometriosezentren 2006

Im Laufe des Jahres 2006 werden erstmals Endometriosezentren nach den von der SEF festgelegten Qualitätskriterien überprüft und dann nach einem Stufenkonzept zertifiziert. Hierdurch erhoffen wir uns eine Verbesserung der Diagnostik und Therapie der Erkrankung, mehr Transparenz und Aufklärung für die Patientinnen und mehr Beachtung in Öffentlichkeit und Gesundheitspolitik.

Folgende Kriterien für die einzelenen Leistungsstufen wurden festgelegt, um als
„ von der Stiftung Endometriose-Forschung anerkanntes Endometriosezentrum“
zertifiziert zu werden.

Stufe I
Teil eines Endometriosenetzwerkes
Teilnahme an einem gynäkologischen Qualitätszirkel (Endometriosethemen)
Untersuchung, Sonographie und Beratung in einer Hand

Intensive und umfassende Betreuung
Offenheit für ergänzende Therapieansätze (Akupunktur u.ä.)
Unterstürzung der Pateintin bei administrativen Massnahmen (Reha-Antrag usw.)
Zusammenarbeit mit der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. und auch mit Selbsthilfegruppen vor Ort
Stufe II
umfasst die Stufe I und zusätzlich
invasive Diagnostik (Endoskopie, Histologie)
operative Behandlungsmöglichkeiten (Endoskopie, MIC, Laparotomie)

interdisziplinäre Zusammenarbeit (Radiologie, Allgemeinchirurgie, Urologie)
Kooperation mit Stufe I als Partner im Endometriose-Netzwerk
Mitgliedschaft in der Stiftung Endometriose-Forschung
Stufe III
umfasst zusätzlich zur Stufe II
Organisation eines Endometriose-Netzes
Organisation eines Qualitätszirkels zum Thema Endometriose
Kooperation mit Schmerz-Ambulanz, mit repüroduktionsmedizinischem Zentrum und Rehabilitationseinrichtung
Jahresbericht über Leistung des eigenen Zentrums und möglichst für das gesamte Netz
Übermittlung der Daten an die SEF und die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. zwecks landesweiter und bundesweiter Auswertungen
Informationsveranstaltungen für Ärzte und Laien

Folgende Angaben sind unabhängig von der Stufe halbjährlich zu aktualisieren:
1. Name des Arztes, der primärer Ansprechpartner ist und seiner evtl. Vertretung
2. Tel.-Nummer für Terminvergabe in der Endometriosesprechstunde
3. Fax-Nr. und E-Mail für die Übermittlung von Befunden und schriftlichen Anfragen

Anträge sind an den Vorstand der SEF zu stellen.

Posterpreis Endometriosekongress 2005: "Untersuchung der neurotropen Eigenschaften der Endometriose"

Posterpreis Kongress 2005

Untersuchung der neurotropen Eigenschaften der Endometriose
Schwarz J, Mechsner S, Bartley J, Thode J, Ebert AD
Endometriosezentrum, Klinik für Gynäkologie mit Hochschulambulanz
Charité-Universitätsmedizin Berlin, CBF
Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin,
Tel. +49 30 8445 2494, Fax +49 30 84454477
E-Mail: jessica.schwarz@charite.de

Fragestellung: Die Erkrankung der Endometriose (EM) ist typischerweise mit Unterbauchschmerzen assoziiert, wobei die Ätiologie der Schmerzentstehung bisher ungeklärt ist. Ziel der Untersuchungen war es, die histomorphologischen Beziehungen zwischen peritonealen EM-Läsionen und den umliegenden Nervenfasern (NF) zu untersuchen. Zudem sollten diese NF bezüglich ihrer Qualität charakterisiert werden. EM-Zellen exprimieren Nervenwachstumsfaktoren, wie den nerv-growth-factor (NGF). Daher untersuchten wir zusätzlich die Rolle des von EM-Zellen ausgeschütteteten NGFs, bei dem möglicherweise gerichteten Nervenwachstum zu bzw. in die Läsionen hinein.

Material und Methoden: 121 peritoneale EM-Läsionen von 77 Patientinnen wurden immunhistochemisch mit Antikörpern gegen Neurofilament, Substance P (Sub P), einem Markermolekül für sensible Nerven, und NGF untersucht. Western-Blot-Analysen wurden durchgeführt, um die Anwesenheit von NGF in primären Zellkulturen von EM-Läsionen und in der Douglasflüssigkeit von EM-Patientinnen nachzuweisen. Um die Wechselwirkungen zwischen Nerven und dem von EM-Zellen produzierten NGF zu untersuchen, haben wir Nervenzellen aus den Hinterwurzelganglien (DRG) von Hühnerembryonen in von EM-Zellen konditioniertem Medium kultiviert (neuronal-growth-assay).

Ergebnisse: Bei 54 von 77 Patientinnen (70,1%) konnten NF im Stroma oder in der Nähe (<1,5 mm) der EM-Läsion gezeigt werden. Alle untersuchten Schnitte wiesen NF mit Sub P positiven Anteilen auf. Außerdem besitzen alle EM-Herde eine mittlere bis starke NGF Expression. Mit Hilfe der Western-Blot-Analyse konnte die für NGF spezifische Bande bei 14 kDa sowohl in den primären Zellkulturen von EM-Läsionen als auch in der Douglasflüssigkeit von EM-Patientinnen nachgewiesen werden. Im neuronal-growth-assay induzierte das konditionierte Medium das Aussprossen von Neuriten und die Bildung von Zell-Zellkontakten. Dieses Zellwachstum ähnelt dem Wachstum wie es bei Zugabe von exogenen NGF hervorgerufen wird.

Schlussfolgerung: In dieser Untersuchung konnten erstmalig NF im Stroma und in der Nähe von peritonealen EM-Läsionen nachgewiesen werden. Außerdem konnten wir beweisen, dass diese NF sensible Anteile mit sich führen. Frühere Untersuchungen konnten keinen Unterschied bezüglich der Nervenanzahl zwischen gesundem Peritoneum und dem von EM-Patientinnen zeigen (Tulandi et al., 2001). Im Gegensatz dazu lässt die in unserer Arbeit gezeigte Lokalisation der NF im Stroma und in der Nähe der Läsionen auf eine wichtige Rolle dieser NF in der Ätiologie der EM-assozierten Schmerzen schließen. Vorläufige Ergebnisse des neuronal-growth-assay weisen auf neurotrope Eigenschaften, also auf einen stimulierenden Effekt der EM-Zellen auf das Nervenzellwachstum in Richtung oder sogar in die Läsion, hin.

Deutsches Endometriose Kompetenz-und Experten-Netzwerk (DEKEN) gefördert durch die Stiftung für die Deutsche Wissenschaft

Endometriose Seminar 2004 anlässlich des Kongresses der DGGG in Hamburg

Endometriose Seminar 2004

Anlässlich der Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie in Hamburg wurde von Prof. Schweppe (Westerstede) und Prof. Küpker (Bremen) ein Endometrioseseminar über praktisch relevante Themen für Frauenärztinnen/Ärzte abgehalten werden. Folgende Problemfelder wurden hinsichtlich ihrer früheren, jetzigen und zukünftigen Therapieempfehlungen diskutiert: medikamentöse Therapie – Sterilität – Rezidive.
(siehe auch unter: Tagungen/Seminar 2004)

In den letzten zehn Jahren sind erhebliche Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung der Endo­metriose erzielt worden. Zunahme und technische Verbesserung des pelviskopischen Instrumentari­ums haben operative Behandlungsmöglichkeiten auf endoskopischem Weg – selbst bei schwersten Stadien – eröffnet, und die Entwicklung der GnRH-Agonisten mit Addback-Medikation hat das medikamentöse Behandlungs­spektrum erweitert. Dennoch lassen einige prospektiv randomisierte Studien des letzten Jahrzehnts erkennen, dass die Behandlungserfolge zeitlich nur limitiert sind, dass die Erkrankung durch eine hohe Rezidivrate gekennzeichnet ist und dass darüber hinaus speziell geringgradige Endometriose und die dadurch bedingte funktionelle Sterilität gemessen am Endziel Schwangerschaft genauso erfolgreich durch abwartendes Verhalten als durch operative oder medikamentöse Maßnahmen beeinflußt wird. Somit ergeben sich aktuell drei Themenkomplexe, die für die tägliche Praxis wichtig sind und in dem Seminar unter den Gesichtspunkten – welche Erfahrungen haben wir in der Vergangenheit gemacht, wie ist der heutige Standard und welche Optionen bringt die Zukunft – diskutiert werden.

1) Wenn nach einer diagnostischen und therapeutischen Laparoskopie eine medikamentöse Behandlung indiziert ist, welche Substanz wird in welcher Dosis über welchen Zeitraum eingesetzt?

2) Wie muss der Behandlungsplan bei einer Sterilitätspatientin mit Endometriose aussehen; gibt es stadienbezogene Unterschiede?

3) Wie kann man in den fortgeschrittenen Stadien und bei tief infiltrierendem Befall die Erfolgsraten verbessern, die rezidivfreien Intervalle verlängern und die Rezidivraten senken?

1. Gezielter Substanzeinsatz bei medikamentöser Endometriosebehandlung
Um die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten bei dem Individualfall gezielter einsetzen zu können, müssen an die Diagnostik der Endometriose erhöhte Anforderungen gestellt werden.

Neben den klassischen fünf Kriterien, deren Berücksichtigung in den 80-er Jahren zur „stadienge­rechten Endometriosetherapie“ geführt hat, ist es vor allem wichtig, makroskopische und mikrosko­pische Kriterien zu berücksichtigen, die Informationen über den Aktivitätsgrad der Implan­tate und über die klinische Relevanz der Endometriose beinhalten.

Basierend auf dieser differenzierten Diagnostik kommen dann je nach Behandlungsziel endokrine ablative oder symptomatische Maßnahmen in Frage. Als endokrine Behandlungsformen stehen uns grundsätzliche verschiedene Gestagene und verschiedenen GnRH-Agonisten zur Verfügung.

2. Endometriose und funktionelle Sterilität
Bei der Beurteilung der zahlreichen experimentellen und klinischen Arbeiten zu diesem Problem muß berücksichtigt werden, daß Sterilität und Endometriose überdurchschnittlich häufig miteinander assoziiert sind, daß aber darüber hinaus vielfach mehrere Sterilitätsfaktoren bei Mann und Frau vorliegen. Die entscheidende Frage ist allerdings: wie relevant sind die einzelnen diagnostischen Störungen, und an welcher Stelle im Therapieplan muß eine Endometriosebehandlung erfolgen?

In fortgeschrittenen Stadien liegen mechanische Sterilitätsursachen vor, die durch die Endometriose oder ihre Sekundärschäden an den Reproduktionsorganen bedingt sind. In diesen Fällen ist eine operative Korrektur bzw. assistierte Reproduktion angezeigt. Ob in den frühen Stadien aktive Endometriose über Veränderungen des Douglasmilieus, der Eireifung, der Tubenmotilität oder Implantationsstörungen die Fruchtbarkeit vermindert, wird kontrovers diskutiert.

Medikamentöse Endometriosebehandlungen führen je nach Kollektiv zu keiner Verbesserung der Fruchtbarkeit oder in bis zwei Drittel der Fälle zur erwünschten Schwangerschaft. Auch für operative Behandlungen mit mikrochirurgischen Techniken sind je nach Schwe­regrad der Endometriose nachfolgende Schwangerschaften in Höhe von 20 bis 80 % belegt. Die modernen laparoskopi­schen Verfahren liefern gleich gute oder sogar bessere Ergebnisse. Der Nachteil dieser zahlenmäßig teilweise recht umfangreichen Studien ist jedoch das Fehlen einer Kontrollgruppe und das Fehlen einer prospektiven Randomisierung.

3. Tief infiltrierende Endometriose
Bei der Douglasendometriose muss man den sogenannten Typ 1, d.h. die oberflächlich sich beetartig aus­dehnende peritoneale Endometriose mit ihren vesikulären und polypösen Strukturen vom sogenannten Typ 2 der tief infiltrierenden subperitoneal gelegenen nodulären Endometriose abgrenzen. Hier sind vor allem das Septum rectovaginale, der Fornix vaginae posterior und das Rektum befallen. Man hat vorge­schlagen den „tief infiltrierenden Endometriostyp“ als Ade­nomyo­sis extra genitalis zu benennen, da er morphologisch und therapeutisch in vielen Dingen mehr der Ade­nomyosis uteri als der Endometriosis genitalis externa gleicht (Donnez, 1996). Tägliche Erfahrung in Praxis und Klinik belegen, daß diese tief infiltrierende Endometriose vor allem beim Befall von Darm, Blase und Ureter schlecht auf eine medikamentöse Therapie anspricht, kurzfristig zu Rezidiven neigt und auch operationstechnisch wegen des fehlenden Präparationsplanums sowie der Begleitentzün­dung und massiven Fibrosierung erhebliche Probleme bereitet. Eigene Erfahrungen belegen, dass die besten Ergebnisse mit niedrigsten Rezidivraten dann erzielt wurden, wenn vor der suffizienten chirurgischen Sanierung im Gesunden eine medikamentöse Vorbehandlung entweder mit einem GnRH-Agonisten durchgeführt wurde.

Schlussfolgerung
Für die Praxis lassen sich unter Berücksichtigung der eingangs aufgeworfenen Fragen folgende Empfehlungen geben:

1) Eine medikamentöse Endometriosebehandlung ist bei aktiver, proliferierender Erkrankung indi­ziert, vor allem prostoperativ bei persistierenden oder rezidivierenden Symptomen; aber auch präoperativ mit nachfolgender laparoskopischer Sanierung der regressiv veränderten Ovarialzysten – auch bei Sterilitätspatientinnen, wenn andere Sterilitätsursachen ausge­schlossen oder korrigiert wurden.

2) Der Behandlungsplan bei einer Sterilitätspatientin mit Minimalendometriose muß individuell fest­gelegt werden. Nach kompletter Sterilitätsdiagnostik muß die Relevanz der möglicherweise gleich­zeitig vorliegenden fertilitätsmindernden Ursachen beurteilt werden. Nur wenn einer aktiven Endome­triose eine zentrale Bedeutung zukommt oder sie der einzige diagnostizierte Sterilitätsfaktor ist, so sollte eine medikamentöse Behandlung erfolgen.
3) Bei ausgedehntem, tief infiltrierendem Befall der Organe des kleinen Beckens begünstigt die me­dikamentöse Behandlung den Organerhalt und vermindert das Rezidivrisiko, auch wenn die chir­urgische Sanierung den entscheidenden therapeutischen Schritt darstellt. Bei rezidivierenden Beschwerden, zur Progressionsverlangsamung und zur symptomatischen Therapie ist die medikamentöse Behandlung primär indiziert: Das Spektrum der Medikation reicht von Prostaglandinsynthesehemmern über orale Kontrazeptive (bevorzugt als Langzykluseinnahme) und verschiedene Gestagene bis zur intermittierenden GnRH-Agonisten-Gabe mit Addback-Medikation. Zukünftig werden COX-2-Hemmer, Aromatasehemmer oder Oxytocinrezeptor-Antagonisten möglicherweise weitere wirksame Optionen sein.